Sniper Tower

Frankreich 🇫🇷

Besucht: 02/2026

Online: 01.05.2026

Bekannt wurde der Ort im 2. Weltkrieg durch das Massaker von Oradour.

Am 10. Juni 1944 verübte die SS-Panzerdivision „Das Reich“ das größte Kriegsverbrechen, auf dem westlichen Kriegsschauplatz, des 2. Weltkriegs.


Der Ort wurde vollständig zerstört und fast alle seine Einwohner wurden ermordet.

Insgesamt wurden 642 Menschen, darunter 245 Frauen und 207 Kinder, ermordet.

Es war eine „Vergeltungsaktion“ für den wachsenden französischen Widerstand gegen die deutschen Besatzer.


Am Tag zuvor wurde, in einem anderen Ort in der Nähe, bereits 99 Zivilisten gehängt.


Einen Tag später erreichte die SS-Division den Ort Oradour-sur-Glane. Der Offizier Adolf Diekmann ließ die Bewohner auf dem Marktplatz zusammentreiben. Die Männer wurden in fünf Gruppen unterteilt und in Scheunen eingesperrt. Dort eröffneten SS-Angehörige das Feuer auf sie, danach wurden die Scheunen in Brand gesetzt. Frauen und Kinder wurden in die Dorfkirche gesperrt. Die Soldaten zündeten eine Rauchbombe am Altar. Als einige der Eingeschlossenen versuchten, sich vor dem beißenden Qualm in Sicherheit zu bringen, wurden sie erschossen.

Anschließend wurde das Kirchengebäude in Brand gesteckt.

Nur wenige Einwohner von Oradour überlebten.
Nach dem Massaker plünderten die SS-Soldaten die Wohnhäuser und steckten das Dorf in Brand.


Bereits 1946 wurden die Ruinen zum historischen Denkmal erklärt und 1947 begann man, direkt daneben, mit dem Aufbau des „neuen“ Dorfes der 1953 abgeschlossen war.


In Deutschland wurde keiner der Täter jemals vor Gericht gestellt, weshalb die Einwohner sich Jahrzehnte lang weigerten deutsche Politiker im Ort zu empfangen. Erst 2013 empfing man Joachim Gauck dort.


Kaum ein Verantwortlicher wurde für das Massaker in Oradour juristisch zur Verantwortung gezogen. Zu einem größeren Prozess kam es lediglich 1953 vor einem Militärgericht in Bordeaux, als 21 SS-Angehörige – sieben aus Deutschland und 14 aus dem Elsass – zu langjährigen Haftstrafen beziehungsweise zum Tode verurteilt wurden. Im Elsass sorgte das Urteil für einen Eklat, weil die SS dort junge Männer zwangsrekrutiert hatte. Deshalb wurden die elsässischen Täter von der französischen Nationalversammlung amnestiert. Auch die deutschen Täter wurden bis 1959 aus französischer Haft entlassen.


Durch das sogenannte „Märtyrerdorf“ führte damals eine Straßenbahnlinie, deren Gleise und Oberleitung zum Großteil noch vorhanden sind. 


Das heutige Dorf hat etwas über 2.500 Einwohner und jedes Jahr kommen rund 300.000 Menschen um sich das „Märtyrerdorf“ anzusehen.


In Deutschland ist dieser Ort nahezu unbekannt, in Frankreich kennt ihn jedes Kind.